Leben ist das was passiert während du eifrig dabei bist andere Pläne zu machen.

Und so hatte ich zwar einige Pläne für Aktivitäten in den Sommermonaten. Doch das Leben entschied mich mit einem Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule wieder an diese weisen Worte von John Lennon zu erinnern. Und so konnte ich meine Pläne über den Haufen werfen und mich ins Bett legen statt in diesem Blog zu schreiben. Doch da allem auch etwas Gutes inne wohnt hatte ich viel Zeit zum Lesen, Nachdenken und Verinnerlichen von neuen Gewohnheiten. So kamen mir auch eine Menge neue Themen und Impulse in den Sinn, die ich hier gerne mit dir teilen möchte.

In den Wochen seit dem Bandscheibenvorfall war vor allem der Schmerz ein Thema, dass sich immer wieder in den Vordergrund drängte. Anfangs konnte ich nicht einmal mehr meinen Kopf bewegen. Jeder Ruck durch meinen Körper wurde begleitet durch stechende Schmerzen. Echte Erleichterung empfand ich nur durch wärme in meinem Nacken. Jeder Patient mit idiopathischer intrakranieller Hypertension wird mir aber wohl zustimmen, dass dies den uns ohnehin fast immer begleitenden Kopfschmerz nur deutlich verstärkte. Neben täglicher Physiotherapie und sehr empathischer, kompetenter Behandlung durch meine Osteopathin half mir vor allem die Meditation, diese Zeit gut zu überstehen und jeden Tag nach vorne zu sehen. Aber warum?

Andauernder Schmerz sorgt dafür, dass man sich als Opfer seines Körpers begreift. Der Geist wird vom Körper getrennt und man selbst fühlt sich der Krankheit ausgeliefert. Mir geht es so, und auch viele meiner „Leidensgenossen“ berichten mir von dieser Resignation, in die man fällt. Ja, Resignation. Denn wir vergessen, dass wir deutlich mehr Einfluss auf unseren Körper haben als das Steuern der Extremitäten, des Atems und (zumindest in meinem Fall) einem vorlauten Mundwerk.

Zu meditieren erinnert mich jeden Tag daran, wie viel Einfluss ich tatsächlich auf meinen gesamten Organismus nehmen kann. Natürlich ist hierzu etwas Übung nötig. Das Beitragsbild ist tatsächlich mein kleiner meditativer Rückzugsort, den ich mir geschaffen habe. Jeden Tag zünde ich die Kerze an. Den beruhigenden Effekt in flackerndes Feuer zu sehen kennt wohl jeder. Eine Klangschale ist nicht nur ein Signal für meinen kleinen Kuschelfreund (ja, so ein Hund versteht sehr schnell, dass er nach dem Ton jemand anderen zum Spielen suchen muss) als auch für meinen Mann, dass ich mir nun Zeit nur für mich gönne. Der lange Ton der Schale trägt mich dabei in meine innere Welt. Dort kann ich meinem Atem in jeden Winkel meines Körpers folgen.

Der eine oder andere wundert sich vielleicht über den letzten Satz. Er wird sagen: „Mein Atem geht in die Lunge. Und gut!“ Da mag er ganz faktisch recht haben. Aber das Gefühl der reinen und frischen einströmenden Luft können wir in jeden Winkel unseres Körpers verfolgen. Wir können uns vorstellen, wie das frische Gefühl an der Nasenwurzel zum Beispiel in diesen Schmerzen am Rücken fließt. Beim Ausatmen wird der Schmerz dann einfach mit ausgeatmet. Das mag alles sehr esoterisch klingen. Aber mit ein wenig Übung wirkt es. Und das ist auch alles was zählt.

Um einen Zeitrahmen abzugrenzen benutze ich ein Mala. Das ist diese hübsche Kette mittig im Bild. Man beginnt mit der ersten Perle nach der zentralen Perle, die zum Anhänger (in diesem Fall einer Quaste) gehört. Dort startend steht jede Perle für einen Atemzug. Die Kette liegt dabei über dem Zeigefinger, die Handfläche weist auf meinen Bach. Die Perle halte ich mit dem Daumen auf dem Zeigefinger. Der Daumen schiebt dann die Perle zu Handfläche. Die Perlenschnur über dem Handrücken wandert automatisch nach. Meine Meditation für Kopfschmerzen sieht dann wie folgt aus:

Ich atme ein. Ich atme aus. Ich schiebe eine Perle zur Handfläche. Ich atme ein. Ich atme aus. Ich schiebe …

So lange, bis ich die erste blaue Perle spüre. Da sie nicht aus Holz sondern aus Stein ist spüre ich den Themperatur- als auch den Größenunterschied zwischen meinen Fingern. Während ich bisher nur meinen Atem beobachtet habe, stelle ich mir nun vor, dass ich durch ein Loch in der Stirn einatme und durch den Bauchnabel die verbrauchte Luft wieder aus. Jaja, das klingt noch verrückter. Doch es schafft sofort ein Gefühl der Entlastung im Kopf und der Schmerz lässt nach, wenn er nicht sogar verschwindet. Auch dies verspürte ich erst nach einiger Übung. Wenn du es selber probieren magst: Bleib dran. Es kann ein wenig dauern, bis du den Effekt spürst. Nur dräng dich nicht selber.

Ich atme durch die Stirn ein. Ich atme durch den Bauchnabel aus. Ich schiebe eine Perle zur Handfläche. Ich atme…

Auf diese Art „überlaufe“ ich den zweiten Stein. Am dritten wechsle ich. Da ich häufig morgens meditiere möchte ich danach energetisch in den Tag starten können. Um dies zu erreichen wechsle ich nun den Rhythmus.

Ich atme ein. Ich schiebe eine Perle zur Handfläche. Ich atme aus. Ich atme ein. Ich schiebe eine Perle…

Für Anfänger rate ich, erst einmal am Abend zu meditieren und den Ruhemoment nach der Ausatmung zu setzen. Es beruhigt und die ersten Effekte merkst du schnell. Wunder dich nicht, wenn dein Körper entspannt reagiert. Mein Hund hat mir beigebracht, dass zu einer tiefen Entspannung bisweilen auch ein Pups gehört. 😉 Beobachte dich einfach. Für diese Meditation benötigst du nur ein Mala, das man für diese Meditation schon sehr günstig bei eBay erstehen kann. Wenn du gleich die Meditation in mehreren Schritten probieren magst: Mein Mala gibt es gerade vergleichsweise günstig bei Amazon zu bestellen.

Was hilft dir bei andauernden Schmerzen? Oder hast du Tipps für die Meditationspraxis? Ich würde mich sehr über deinen Kommentar freuen.

 

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